23.10. – Gegen das Nazizentrum in Söllingen

Rössle: Schachmatt – Weg mit dem Nazi-Zentrum in Söllingen

Seit März 2010 finden regelmäßig Veranstaltungen der neonazistischen Szene im ehemaligen Gasthaus „Rössle“ in Rheinmünster-Söllingen, einem kleinen Dorf ca. 40 km südlich von Karlsruhe, statt. Die Bandbreite der Veranstaltungen reicht von Kameradschafts- und Liederabenden über Informations- und Rechtsschulungsveranstaltungen bis hin zu Konzerten bundesweit bekannter Rechtsrockbands wie zum Beispiel „Endstufe“ oder „Noie Werte“. Die Konzerte werden von mehreren Hundert Neonazis aus dem gesamten süddeutschen Raum sowie dem benachbarten Ausland besucht. Zudem treten bei Schulungsveranstaltungen namhafte Szene-Größen wie Christian Worch auf. Die überregionale Bedeutung des Nazi-Zentrums in Rheinmünster-Söllingen dürfte damit auf der Hand liegen.

Erst nach dem AntifaschistInnen in einer öffentlichen Pressemitteilung auf die rechtsextremistischen Umtriebe in Söllingen aufmerksam machten, sah sich auch das zuständig Landratsamt unter Zugszwang. Mit einer Verfügung vom 20.05.10 wurden dem Besitzer des „Rössle“, Günther Sick, befristet bis zum 30.09. untersagt, jegliche Art von Konzerten oder Musikveranstaltungen abzuhalten. Rechtlich hatte diese Verfügung allerdings nicht lange Bestand. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg dem Besitzer des „Rössle“ zuerst vorläufig Recht gab, ist es seit der Entscheidung vom 14.09. wieder dauerhaft erlaubt Konzerte und Veranstaltungen jeder Art im Rössle abzuhalten und der weiteren Nutzung als überregionales Nazi-Zentrum steht nun nichts mehr im Wege. Das „Rössle“ dient den organisierten Neonazis um das „Karlsruher Netzwerk“ und „NS-Rastatt“ als wichtiger Rückzugsraum zur Vernetzung und zur Planung von Aktionen. Außerdem sind sie durch die Konzerte in der Lage, ihre menschenverachtende Arbeit zu finanzieren und Kontakte zu knüpfen und zu festigen.

Trotz der extrem abgelegen Lage des Zentrums, formiert sich bereits seit einiger Zeit Widerstand. Neben einem Bürgerbündnis aus Söllingen, das Neonazis auf seinen Veranstaltungen duldet und sich eher mit der Gleichsetzung von rechts und links als mit dem Kampf gegen das Nazi-Zentrum beschäftigt, hat sich das Aktionsbündnis – Kein Nazi-Zentrum in Söllingen – gegründet. Dieser Zusammenschluss aus Parteien, Gewerkschaften, Verbänden, antifaschistischen Gruppen und Einzelpersonen aus der Region ruft nun zu einer Doppel-Demonstration in Rastatt und Rheinmünster-Söllingen auf.

Auf nach Söllingen

Schon in der Vergangenheit ist es AntifaschistInnen aus Karlsruhe und Region immer wieder geglückt gegen sich etablierende Neonazi-Zentren erfolgreich vorzugehen. Weder in Rastatt noch in Karlsruhe-Durlach konnten sich die Zentren lange halten. Trotz der abgelegenen Lage und der schwierigen Besitzverhältnisse des „Rössle“, die ein Vorgehen schwieriger machen als bei bisherigen Zentren in der Region, sind antifaschistische Proteste dringend notwendig. Gerade die Tatsache, dass Neonazis hier über längere Zeit ungestört Infrastruktur schaffen und Konzerte zur Finanzierung ihrer Arbeit durchführen konnten, macht dieses Zentrum besonders gefährlich. So ist zum Beispiel der geplante Neonazi-Aufmarsch in Karlsruhe am 21.08.10 ein deutliches Zeichen für eine Stärkung der rechten Szene in der Region.

Unser Ziel kann auch diesmal nur heißen: Weg mit dem Nazi-Zentrum.

Kommt alle am 23. Oktober gemeinsam mit uns nach Rastatt und Söllingen, um ein klares Zeichen gegen die Naziumtriebe zu setzen.

23.10.10 | Rastatt | 12 Uhr | Bahnhof
23.10.10 | Söllingen | 15 Uhr | Rössle


1 Antwort auf „23.10. – Gegen das Nazizentrum in Söllingen“


  1. 1 Demo: Weg mit dem Nazi Zentrum in Söllingen « Linke.Alternative Liste an der Uni Karlsruhe Pingback am 07. Oktober 2010 um 14:31 Uhr
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